Bei Schilddrüse auch an Selen denken

Wer an Schilddrüsenleiden denkt, denkt meist auch an Jod. Fehlt es dem Körper, kann er nicht genügend Schilddrüsenhormone bilden. Doch auch ein Zuviel an Jod kann möglicherweise schaden: Eine Jodüberversorgung wird von Wissenschaftlern als Auslöser der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung diskutiert.

Dabei geht nichts ohne Selen: Selenabhängige Enzyme schützen zum einen das Schilddrüsengewebe während der Hormonproduktion, zum anderen sorgen sie dafür, dass die Hormone in eine für den Körper verwertbare Form überführt werden. Daher verwundert es nicht, dass eine Schilddrüsenerkrankung oft mit einem Selenmangel einhergeht.

Betroffen sind viele Menschen: Jede fünfte Frau und jeder 40. Mann leidet an einer Schilddrüsenentzündung. Bei der mit 80 Prozent häufigsten Form der Erkrankung, der autoimmunen Schilddrüsenentzündung (Autoimmunthyreoiditis, AIT), bildet der Körper Antikörper, die das eigene Schilddrüsengewebe zerstören. Die Folge ist eine chronische Über- oder Unterfunktion – mit negativen Auswirkungen auf Herz, Magen, Darm, Muskeln, ja selbst die Knochen und die Psyche.

Daher ist es wichtig, einen Selenmangel so früh wie möglich durch eine Blutuntersuchung zu erkennen. Nur dann können durch die Behebung eines Selendefizits autoimmune, chronische Schilddrüsenentzündungen positiv beeinflusst werden. Deshalb zahlen auch die Krankenkassen Selenarzneimittel, wenn sie bei nachgewiesenem Selenmangel vom Arzt verordnet werden.

Oft bewegt sich der Selenstatus bei Patienten mit chronisch entzündeter Schilddrüse im Grenzbereich zur Normalität. Dann kann der Arzt ein grünes Rezept für verschreibungsfreie Medikamente oder ein Privatrezept für verschreibungspflichtige Medikamente ausstellen. In diesen Fällen muss der Patient die Kosten selbst tragen.

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