Die sechs größten Irrtümer über Selen

Über Selen kursieren die unterschiedlichsten Meinungen und Gerüchte. Wir haben für Sie die sechs größten Irrtümer zusammengefasst.

Irrtum Nr.1: Selen ist giftig

Die Dosis macht das Gift, das wusste schon Paracelsus. Ein Beispiel: Kochsalz. Sechs Gramm davon etwa braucht der Körper für den täglichen Bedarf. Die meisten Menschen nehmen jedoch mehr als die doppelte Menge zu sich. Das kann auf Dauer den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigern. Beim Kochsalz beträgt der Unterschied zwischen „lebensnotwendig“ und „tödlich“ ca. das 35-Fache.

Ähnlich ist es beim Selen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 70 Mikrogramm für einen erwachsenen Mann. Die tödliche Dosis liegt aber über 3.200 Mal höher als täglich empfohlene Menge.


Irrtum Nr. 2: Mit der Nahrung nehmen wir automatisch genügend Selen auf

Selen kommt vor allem in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Eiern, Getreide und Milchprodukten vor. Der Selengehalt unserer Nahrungsmittel hängt jedoch stark von der Selenkonzentration im Boden ab. Das Problem ist: In Mitteleuropa ist der Selengehalt des Bodens – anders als etwa auf dem amerikanischen Kontinent – generell sehr niedrig. In der Viehzucht wird das durch Selenzusätze in Futtermitteln ausgeglichen, um die Nutztiere vor Selenmangelerkrankungen zu schützen. Für den Menschen kann es dagegen schwierig sein, den Selenbedarf durch die Nahrung ausreichend zu decken – insbesondere dann, wenn man nur wenig Fleisch und Fisch isst. Bei einer rein veganen Ernährung ist es sogar praktisch unmöglich.


Irrtum Nr. 3: Selen bewirkt nichts

Im menschlichen Körper gibt es mindestens 30 verschiedene Eiweißstoffe, die ihre Funktion ohne Selen nicht erfüllen können. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählt z.B. der Abbau von freien Radikalen. Das sind hochreaktive Moleküle, die unterschiedlichste Verbindungen in der Zelle angreifen und zerstören können. Mit Hilfe von Selen kann der Körper diese freien Radikale unschädlich machen und seine Zellen dadurch vor oxidativem Stress schützen. Auch für das Immunsystem, eine normale Schilddrüsenfunktion, das Haar- und Nagelwachstum und die Spermienbeweglichkeit ist Selen als Bestandteil von Hormonen und Enzymen wichtig.


Irrtum Nr. 4: Selen ist ein Wundermittel

Nein, auch Selen kann nicht vor jeder Gefahr schützen. Aber weil es an so vielen Körpervorgängen beteiligt ist, macht sich ein Mangel an den unterschiedlichsten Stellen bemerkbar. Deshalb sollte durch Zufuhr von Selen der Mangel behoben und die Gesundheit in solchen Fällen verbessert werden.

Manche Erkrankungen können ein Selendefizit hervorrufen, weil sie den Bedarf des Körpers an dem Spurenelement erhöhen.


Irrtum Nr. 5: Organisches Selen ist besser als anorganisches

Tatsächlich gilt bei vielen Mineralstoffen und Spurenelementen, dass der Körper sie in organischer Form besser aufnehmen und verwerten kann als in anorganischen Verbindungen. Beim Selen ist das anders.

Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke enthalten Selen häufig in anorganischer Form, als Natriumselenit. Das kann der Organismus gezielt und bedarfsgerecht in die entsprechenden Enzyme und Hormone einbauen.

Organische Selenverbindungen enthalten Selen dagegen meist in Form der Aminosäuren Selenomethionin oder Selenocystein. Diese nimmt der Körper zwar gut über die Darmschleimhaut auf. In der Form von Selenomethionin steht das Selen dem Stoffwechsel aber nicht sofort zur Verfügung, sondern wird teilweise unspezifisch an der Stelle der Aminosäure Methionin in Körpereiweiße eingelagert.


Irrtum Nr. 6: Selen-Arzneimittel nur aus der Apotheke

Wenn ein nachgewiesener Selenmangel vorliegt, der sich nicht durch eine entsprechende Ernährungsumstellung beheben lässt, kann dies durch ein Selen-Arzneimittel ausgeglichen werden. Je nach Dosierung und Stärke sind diese in der Apotheke oder auf Rezept erhältlich. 

In Deutschland gelten die Referenzwerte von 100 bis 140 Mikrogramm Selen pro Liter (µg/l) im Vollblut und 80 bis 120 µg/l im Serum. Liegt der Selenspiegel unterhalb dieser Bereiche, besteht ein Selenmangel.

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