Schilddrüse braucht auch Selen

Funktioniert die Schilddrüse nicht richtig, dann tippen die meisten auf Jodmangel. Denn ohne Jod kann die Schilddrüse keine der lebenswichtigen Hormone bilden. Doch Jodmangel muss nicht die alleinige Ursache sein. Oft fehlt dem Körper auch Selen. Denn selenabhängige Enzyme sorgen erst dafür, dass die Hormone in eine für den Körper verwertbare Form überführt, also nutzbar gemacht werden können. Außerdem schützt Selen Schilddrüsengewebe während der Hormonproduktion. Daher verwundert es nicht, dass eine Schilddrüsenerkrankung oft mit einem Selenmangel einhergeht.

Betroffen von Schilddrüsenerkrankungen sind viele Menschen: Die häufigste Form ist die autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Autoimmunthyreoiditis (AIT). In diesem Fall bildet der Körper Antikörper, die das eigene Schilddrüsengewebe zerstören. Die Folge kann zunächst eine chronische Überfunktion, später eine Unterfunktion sein. Da die Schilddrüse viele wichtige Stoffwechselvorgänge unterstützt, kann die AIT Auswirkungen auf Herz, Magen, Darm, Muskeln oder auch die Knochen oder die Psyche haben.

Daher ist es wichtig, auch einen Selenmangel so früh wie möglich, zum Beispiel durch eine Blutuntersuchung, zu erkennen. Durch die Behebung eines Selendefizits können autoimmune, chronische Schilddrüsenentzündungen positiv beeinflusst werden. Der Arzt ist hier ein wichtiger Ansprechpartner für die Bestimmung des Selenstatus und dann für die Auswahl der geeigneten Medikamente und Dosierungen. Oft bewegt sich der Selenstatus bei Patienten mit chronisch entzündeter Schilddrüse im Grenzbereich zur Normalität. Auch hier ist der Arzt der richtige Ansprechpartner.

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