Von Immunsystem und Selen

Als Immunoseneszenz wird der altersabhängige Abbau der immunologischen Kompetenz bezeichnet. Dazu gehört sowohl die Kapazität des Immunsystems, auf Infektionen zu reagieren, als auch die Entwicklung eines Langzeitimmungedächtnisses, vor allem bei Impfungen. Die Immunoseneszenz wird als der wichtigste Faktor für eine erhöhte Morbidität und Mortalität im Alter angesehen.

Zusammen mit der ebenfalls altersabhängigen Rückbildung des Thymus führt dies dazu, dass dem Körper kaum native T-Zellen zur Verfügung stehen, aus denen spezifische Antikörper gebildet werden. Daher ist man im Alter deutlich anfälliger für eine Vielzahl von Infektionen sowie nicht-infektiösen Erkrankungen.

Selen ist ein essentielles Spurenelement und potentes Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Seine vielfältigen biologischen Effekte beruhen auf dem Einbau in Selenproteine. Die große Anzahl an Selenproteinen im menschlichen Körper spielt vor allem eine entscheidende Rolle beim Abbau von oxidativem Stress. Selen ist zudem wichtig, um die Immunität des Körpers zu initiieren, aber auch um die Immunantwort zu regulieren. Eine adäquate Selenversorgung verbessert sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunabwehr. Daher benötigt das Immunsystem Selen für eine normale Funktion. Ein Selendefizit kann zu einer schwächeren Immunantwort führen.

  1. Immunoseneszenz
  2. Selen