Immunsystem

Wie wichtig ein gut funktionierendes Immunsystem ist, bemerkt man sehr schnell, wenn es einmal versagt. Zu starker Stress im Alltag, Mangel an wichtigen Vitalstoffen – und schon ist man deutlich anfälliger für Erkältungen oder andere Infektionskrankheiten.

Leidet man nun aber bereits an einer Erkrankung, möglicherweise sogar an einer schwerwiegenden chronischen oder akuten Krankheit, dann sollte man sehr darauf achten, dass die Körperabwehr bestmöglich ihren Aufgaben nachkommen kann.

Diese Aufgaben sind außerordentlich vielfältig.

Das Immunsystem unterscheidet zwischen „körpereigen“ und „körperfremd“ und kann so Erreger von außen erkennen und abwehren. Dazu gehören so unterschiedliche Organismen wie Viren, Bakterien, Pilze oder tierische Einzeller und Parasiten.

Darüber hinaus vermag die Körperabwehr bis zu einem gewissen Grad auch Krebszellen zu erkennen und zu vernichten, obwohl es sich dabei ja um körpereigene Zellen handelt, wenn sie sich auch in unterschiedlich großem Ausmaß verändert haben.

Das Immunsystem arbeitet mit anderen Organsystemen zusammen, beispielsweise dem Hormon- und dem Nervensystem. Dadurch wird sichergestellt, dass wir bestmöglich koordiniert auf die Herausforderungen unserer Umwelt reagieren können.

Diese Aufgaben allein wären schon schwer genug zu erfüllen, doch darüber hinaus gelten oft erschwerte Bedingungen. So haben wir es ja nicht immer nur mit einem Erreger zu tun, der uns befällt, sondern wir sind einer Vielzahl von Mikroorganismen gleichzeitig ausgesetzt.

Außerdem gibt es weitere Faktoren der Umwelt, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit des Immunsystems auswirken können: Mangel an wichtigen Mikronährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen, v.a. Selen, Belastung durch Abfallstoffe und Stoffwechselendprodukte, Gifte und Strahlenbelastungen.

Und noch etwas gilt es zu berücksichtigen. Viele Immunzellen sterben in der Ausübung ihrer Aufgaben ab und müssen dann ersetzt werden. Das ist eine gewaltige Herausforderung für den Körper: Man schätzt, dass Tag für Tag, sieben Tage in der Woche, 30 Milliarden Abwehrzellen neu entstehen, 350.000 pro Sekunde – eine gigantische Syntheseleistung!

Was aber, wenn im Fall einer Erkrankung der Körper nicht mehr in der Lage ist, diese gewaltige Leistung rund um die Uhr zu erbringen? Wenn durch eingeschränkte Ernährung nicht mehr alle Vitalstoffe zur Verfügung stehen? Wenn durch die Erkrankung vielleicht sogar das Immunsystem zusätzlich unterdrückt wird?

Es ist allgemein bekannt, dass Patienten beim stationären Aufenthalt im Krankenhaus dem Risiko ausgesetzt sind, sich noch weitere Erkrankungen zuzuziehen, beispielsweise durch bestimmte hochresistente Erreger, die auf viele gängige Antibiotika nicht mehr reagieren. Man spricht dann von nosokomialen Infektionen.

(In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Menschen, weil sie sich im Krankenhaus eine schwere Infektion zugezogen haben. Die Gesamtzahl dieser nosokomialen Infektionen wird auf 400.000 bis 600.000 pro Jahr geschätzt.)

Es macht also gerade für erkrankte Menschen Sinn, gezielt auch etwas zum Aufbau ihres Immunsystems zu tun. Selbstverständlich darf darüber die Therapie der ursprünglichen Erkrankung nicht vernachlässigt werden.

Stärkung des Immunsystems durch Regenerationskuren

Viele Erkrankungen gehen mit einer Schwächung des Immunsystems einher, so dass es oft sinnvoll sein kann, nicht nur eine kausale, also auf die Ursache der Erkrankung ausgerichtete Therapie zu beginnen, sondern gleichzeitig auch eine Immunregeneration durchzuführen.

Im einfachsten Fall besteht eine solche Immunregeneration aus der Supplementation von Selen und in der Anwendung von verschiedenen Immunstimulanzien.

Selen für das Immunsystem

Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement mit einer Vielzahl von Aufgaben im Immunsystem, dem Hormonsystem und der Zellregulation.

Man weiß inzwischen, dass oft immunstimulierende Therapien einfach deswegen nicht befriedigend ansprechen, weil dem Körper zu wenig Selen zur Verfügung steht, also ein Selendefizit besteht.

Zu einem solchen Selenmangel kann es zum Beispiel kommen:

  • bei lang andauernder künstlicher Ernährung,
  • bei Dialyse,
  • in der Stillzeit,
  • bei Schwermetallbelastung,
  • bei Alkoholmissbrauch,
  • zu einseitiger vegetarischer Ernährung.

Welche Erkrankungen können mit einem Selenmangel verbunden sein? Zum Beispiel:

  • allgemeine Schwächung der Abwehrlage (Infektanfälligkeit)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Arteriosklerose)
  • chronisch-entzündliche Erkrankungen (z.B. des Darms oder der Gelenke)
  • bestimmte weitere, schwerwiegende Erkrankungen.

Ein solches Selendefizit ist nicht einfach spürbar, sondern kann nur durch eine Messung des Selenspiegels im Blut nachgewiesen werden. Diese Messung wird nicht routinemäßig durchgeführt; Sie sollten Ihren Arzt oder Therapeuten daher gezielt danach fragen!

Da der in Deutschland vorherrschende Selenmangel in Böden, Pflanzen und Nutztieren durch die modernen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten noch verschärft wird, befinden sich Präparate auf dem Markt, die die tägliche Selenzufuhr verbessern. Allerdings sollte das Präparat sorgfältig ausgewählt werden, denn...

Selen ist nicht gleich Selen!

Man unterscheidet Präparate, die organisch und anorganisch gebundenes Selen enthalten. „Organisch“ beziehungsweise „anorganisch“ gibt Auskunft über die Form des Selens.

In Nahrungsergänzungen, die man überall kaufen kann, wird Selen meist auf Bierhefebasis angeboten und liegt organisch gebunden vor. Präparate mit anorganisch gebundenem Selen, fast immer in Form von Natriumselenit, sind meist als Arzneimittel nur in der Apotheke erhältlich. Organisch und anorganisch gebundenes Selen wirken im Organismus unterschiedlich.

Selentabelle

Für eine Verbesserung der Selenzufuhr, zur Vorbeugung und zum Ausgleich von Selenmangel ist anorganisch gebundenes Selen in Form von Natriumselenit wesentlich effektiver als organisch gebundenes Selen.

Selen: Wichtige Hinweise!

Natriumselenit-­Präparate dürfen nicht zusammen mit Vitamin-C ­haltigen Speisen, Getränken oder Präparaten eingenommen werden (bitte auch nicht in Fruchtsäfte einrühren!).

Natriumselenit wird durch Vitamin C in eine für den Körper nicht verfügbare Form umgewandelt. Deshalb sollte man zwischen Natriumselenit­ und Vitamin-C­-Einnahme mindestens 1 Stunde Abstand lassen!

Die beste Bioverfügbarkeit besitzt Natriumselenit in physiologischer Kochsalzlösung (Trinkampullen). Im Vergleich zu Natriumselenit in Tablettenform ist diese Art der Zubereitung bereits optimal an die Gegebenheiten im Körper angepasst.

Überdosierung von Selen

Die Verträglichkeit von Selenpräparaten ist prinzipiell sehr gut. Eine Überdosierung von Selen kann bei vorschriftsgemäßer Anwendung nicht auftreten.

Bei versehentlicher Einnahme von mehr als 1.000 µg Selen pro Tag über längere Zeit (Wochen bis Monate) kann es zu knoblauchartigem Atemgeruch, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen kommen.

Bei chronischer Überdosierung mit deutlich über 2.000 µg Selen pro Tag wurden Veränderungen des Nagel-­ und Haarwachstums sowie Nervenstörungen beobachtet.

In solchen Fällen setzen Sie bitte das Selenpräparat ab und suchen den Arzt auf!

Stärkung des Immunsystems durch Regenerationskuren: Immunstimulanzien

Substanzen, die in der Lage sind, das menschliche Immunsystem zu aktivieren, bezeichnet man als Immunstimulanzien.

Dabei kann es sich um Substanzen unterschiedlichster Herkunft handeln, die teilweise in Form von Tabletten oder Extrakten geschluckt werden können (sog. orale Aufnahme) oder  aber in Form von Injektionen oder Infusionen vom Arzt oder Therapeuten angewendet werden müssen.

Letzteres gilt z.B. für die in der Krebstherapie häufig eingesetzten Mistelpräparate.

Zu den wichtigsten Immunstimulanzien gehören unter anderem:

  • Thymuspeptide
  • Leber-Milz-Peptide
  • Mistelextrakte